Wake up – mit Boris Bukowski und Andy Liu

Uncategorized, zu Gast

Wake up – mit Boris Bukowski und Andy Liu
In dieser Ausgabe der Sendung Wake up sind Boris Bukowski und Andy Liu zu Gast.


© Peter Korrak

Zu Boris Bukowski:

„Die Frage aller Fragen ist: war es das? / War das schon alles oder kommt noch was? /
Sitzen wir am Ende noch im falschen Boot? / Und: gibt´s ein Leben vor dem Tod?“
(„gibt´s ein Leben vor dem Tod?“)
Diese Fragen stellt uns Boris Bukowski im Titelsong seines neuen Albums, er präsentiert
sich dabei mit dessen 13 Stücken in bestechender musikalischer Form, inhaltlich auf
(manchmal zwinkernder) Augenhöhe mit dem vielbeschworenen Zeitgeist. Bukowski
kommentiert und karikiert mit seinen Texten gekonnt und pointiert den mitunter
galoppierenden Wahnsinn unserer Tage, fühlt gleich mit dem Opener „money“
scharfzüngig mit seiner unverkennbaren Stimme dem goldenen Kalb Geld auf den
moralisch morschen Zahn und zeigt, dass er keine Lust hat den hektischen Tanz darum
bedingungslos mitzumachen.
Es wäre verführerisch bei „Gibt´s ein Leben vor dem Tod?“ von einem Alterswerk zu
sprechen. Bei dem aus der Steiermark stammenden Wahlwiener Boris Bukowski, der seinen
70er mit einem Tandemsprung aus dem Flugzeug feierte, führt dieser Begriff nur fast
zwangsläufig in die Irre und wird der vorliegenden, dynamischen und spannenden, durch
und durch heutigen, oft dringlichen Musik nicht gerecht. Ja, da ist Nachdenklichkeit und
gelassene, wache Reflexion („Wenn die Musik aufhört zu spielen“), die eingestandene
Melancholie des Liebenden („Mein Herz schlägt immer noch nach dir“, mit der wunderbaren
Zeile „Und ich kann dich zu jeder Zeit auch bei Dunkelheit mit geschlossenen Augen
sehen“), aber da sind auch Energie und kritische Reibung („Diese Stadt“, „Nur ein
Kopierfehler in der Evolution“, „Wir leben auf der Aschenbahn“), Überschwang („Die
schönste Sünde“) und Humor („Hör!“).
Das alles im Kontext der Kunst eines lebenserfahrenen Musikers, der sich durch das viele
schon Erlebte und Gemachte nicht den Zugang und nicht die Lust auf das noch zu
Erlebende und das noch zu Machende verbauen lässt. Am ohrenfälligsten gerät diese
traumwandlerische Balance, dieses musikalische Surfen entlang der Schnittstellen von
Gestern, Heute und Morgen mit „Kokain 2017“, ein Bukowski-Standard, mit Produzent
Bernd Heinrauch ins Jahr 2017 geholt. Es ist wunderbar passend, dass Boris Bukowski sein
erstes Studioalbum seit 18 Jahren, auf dem eigenen Run For Fun Label veröffentlicht, mit
dem Lied „Kunst ist Leben“ abschließt. Wie ein Credo bekräftigt es die (glückliche!)
Lebenswahl des studierten Juristen Bukowski – die Musik! Ausgehend von einem Zitat des
Künstlers Joseph Beuys verleiht es dem Album als Ganzes noch zusätzliche Kohärenz.
„Kunst ist Leben und Leben ist Kunst/wir alle sind Künstler und die Welt gehört uns.“
Der Zusammenhalt, der Fluss des Albums sind überhaupt phänomenal. Schlicht erstaunlich,
wie es Boris Bukowski gelingt mit seiner Stimme und seinem Material die langjährige Arbeit,
die unterschiedlichen Studios und die 26 (!!!) beteiligten Musiker_innen und Produzenten in
eine sinnliche und logische Ordnung zu bekommen, eben keinen kreativen Fleckerlteppich
abzuliefern. Wir hören 13 differenziert realisierte Songs, die zusammen gehören und so
zusammen klingen, als würden sie genau jetzt!, genau so! klingen müssen. Die
hochkarätigen Beiträge von unter anderem Depeche Mode Drummer Christian Eigner,
Niko Stoessl, den Sängerinnen Gina Charito und Jacqueline Patricio, Wolfgang Schlögl,
Bukowskis Liveband Bunte Hunde, den Bläsern von Parov Stelar, Bernd Heinrauch und
vielen anderen bis hin zu Ernst Molden, der sich lustvoll an der fundamentalen
Religions/Kirchen-Kritik von „Im Namen Gottes Amen“ beteiligt, verhelfen dem jeweiligen
Song zu einem Maximum an Wirkung.
Dabei ist das keine auf billigen Effekten aufgebaute Musik, die um rasches Gefallen buhlt,
die Lieder haben Tiefe und Seele, lassen den Hörer_innen subtil den Platz, ihren eigenen
Zugang zu der Musik und den Geschichten Bukowskis zu finden. Dieser hat mit Erfahrung –
Boris Bukowski hat mit Magic 69 am Fundament der österreichischen Popmusik mitgebaut
und ihr als Solokünstler diverse Highlights und Hits verschafft – und ungebrochenem
künstlerischen Abenteuergeist seiner Diskographie mit „Gibt´s ein Leben vor dem Tod?“ ein
spätes Prunkstück verpasst. Dabei ist sich Boris Bukowski als „zeitlos Zeitgenössischer und
Meister des Understatements“ treu geblieben, wie ihn sein Kollege Ronnie Herbholzeimer
liebevoll und treffend charakterisierte.
Ja, es gibt ein Leben vor dem Tod, und was für eins!

www.bukowski.at

www.facebook.com/bukowskiboris/

Zu Andy Liu:

Andy Liu – auf der Suche nach dem perfekten Sound
Mit 14 Jahren entdeckt Andy über die Gitarre die Liebe zur Musik. Bereits mit 15 folgt die erste
CD-Produktion und viele Auftritte quer durch Österreich. Nach mehreren musikalischen Projekten
landet er mit seiner Band „SheSays“ und ihrem ersten Album auf Platz 1 der Austrian Top 40.
Darauf folgt der Amadeus Award „Newcomer des Jahres“ und drei aufregende Jahre auf Tour,
darunter auch mehrere internationale Tourneen als Support Act für Künstler wie Bryan Adams,
Deep Purple, Xavier Naidoo u.v.m.
Mit der Erfahrung als Gitarrist und Songwriter bei SheSays entwickelt Andy gleichzeitig auch
seine Leidenschaft für Sound und Aufnahmetechnik. Er studiert am Konservatorium Jazz- und
Popularmusik mit dem Hauptfach Gitarre und gründet die Band „nature“. Auf der Suche nach
dem perfekten Sound baut Andy sein eigenes Tonstudio, produziert dort die nature EP „Home“
und beginnt sich intensiv mit dem Thema Mastering zu beschäftigen.
Aktuell widmet sich Andy als Produzent, Gitarrist und Songwriter verschiedenen Projekten.

Moderation: Wake up Team
Stay tuned!

Nachhören unter:

https://cba.fro.at/455342

Kommentar verfassen

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.